„Römisches Rottweil – Digital nach Arae Flaviae“

Im März 2022 hat das Team des Dominikanermuseums die Zusage für die Teilnahme am Programm „Museen im Wandel III“ (MiW) bekommen. In diesem Rahmen sollen digitale Angebote für Besucher erarbeitet werden.  Dabei stehen wir im intensiven Austausch mit den anderen drei beteiligten Museen (Stadtmuseen Tübingen und Göppingen sowie Freilichtmuseum Neuhausen) und dem Team der Medien- und Filmgesellschaft Ba-Wü (MFG), das „Museen im Wandel“ betreut. Seither sitzen wir intensiv an Überlegungen und Vorbereitungen zu einer Erweiterung unserer Museumspädagogik mit digitalen Mitteln. Wir konzentrieren uns dabei auf ein Angebot für 6. Schulklassen in der Abteilung „römisches rottweil – arae flaviae“. Im Laufe der kommenden Monate werden wir hier über die Entwicklung des Projekts berichten.

Erstes Arbeitstreffen im Museum am 13.11.22

am Sonntag Abend trafen sich Mitglieder von vspace.one mit dem Team des Dominikanermuseums zur ersten Arbeitssitzung. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung, Verpflegung mit Pizza und Getränken wurden zusammen an der künftigen Station „Geld regiert die Welt“ getüftelt. Aus dem Museumsteam kamen dabei viele Ideen zum Inhalt und Ablauf und vom Makerspace tolle Umsetzungsideen. Wir sind gespannt, ob und wie die Schülerinnen und Schüler beim ersten Testing Anfang Dezember ihre eigenen Münzen kreieren werden.

Kick-off-Meeting im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

Bevor sich das Freilichtmuseum in Neuhausen in die Winterpause verabschiedet hat, genossen wir am 7. November noch einen wunderbar inspirierenden Tag vor Ort. Beim dritten von vier Community-Treffen spazierten wir bei windig-vorwinterlicher Witterung mit Christof Heppeler durch Ortschaften und Zeiten, wir hörten von Translozierungen (Gebäudeversetzungen), „Fehlstellen“ (Ausstellung im Haus des Jahres) und vielem mehr, um anschließend in einen wohlig warmen, zum Kulturgebäude erweiterten Schafstall zurückzukehren. Dort fand kombiniert mit dem Besuch des Museums der Kick-off seitens der MFG für die Umsetzungsphase statt, wobei letzteres meint, dass wir mit den entwickelten Ideen nun konkret werden – Ausflüge zurück in die Entwicklungsphase natürlich niemals ausgeschlossen! So standen Rückblick und Status-quo neben Entwicklung und Ausblick, es ging um Digitales ebenso wie Strukturelles. Frage- und Diskussionsrunde und der anschließende Kick-off führten uns zunächst zur Challenge des Freilichtmuseums, aber auch zu vielen gemeinsamen Fragestellungen innerhalb der Community. Wir freuen uns über und auf Synergien!
08.11.2022

Besuch im Makerspace

Am 2. November fand ein erstes Treffen mit Mitgliedern von vspace.one, einem Makerspace/Hackerspace in Villingen statt. Nach längerer Suche nach dem Eingang in den riesigen Industriekomplex betraten wir die Vereinsräume mit Werkstatt, Labor, Besprechungsraum und einigen neugierigen „Jungs“. Wir fühlten und dort sehr wohl und genossen die Gastfreundschaft. Als wir unser Projekt mit den einzelnen Stationen vorgestellt hatten, sprudelten schon die ersten Ideen zur Umsetzung. Wir freuen uns, wenn eine weiter Zusammenarbeit zustande kommt und hoffen nun auf Mitglieder, die sich vorstellen könne, uns in den kommenden Monaten tatkräftig mit Technik- und Programmierwissen zu unterstützen.
03.11.2022

Zwischenstandstreffen im Innovation Lab, Stuttgart

Bisher gab es nur wenige Möglichkeiten, allen Beteiligten Aug in Aug zu begegnen – umso mehr freuten wir uns auf das Aufeinandertreffen in Stuttgart am 20. Oktober. Die MFG hatte das Stuttgarter Digital Innovation Lab reserviert, das „Innovationslabor, Erlebnisraum und Denkfabrik“ zugleich ist und laut Gastgebern „Digitalisierung verkörpert“. Es werden dort nicht nur Workshops in Sachen Design Thinking, Trends und Digital Awareness angeboten und Möglichkeiten der digitalen Produktentwicklung ausgelotet, es ist auch einfach ein praktisch gelegener Ort um gemeinsam zu sitzen, zu referieren, zu diskutieren, für Gruppenarbeit, Kaffeepausen und konstruktives Geplauder.

Nach der Vorstellung des Förderprogramms und der Einzelprojekte, einem Impulsvortrag zum Projekt „KeinRembrand“ und einem Rundgang durch das Lab, war der zentrale Programmpunkt die sogenannte „kollegiale Beratungsrunde“: Innerhalb eines strengen Moderationsrahmens durften wir unsere derzeit drängendste Fragestellung platzieren, um anschließend dem Gespräch von Kolleg*innen aus den beteiligten Museen zu lauschen und nach einer vorgegeben (schwer auszuhaltenden) Schweigezeit wieder in die Diskussion einzusteigen. Der von uns aus Rottweil mitgebrachte Pretotype veranschaulichte dabei unsere grundlegende Idee für den Projektverlauf und die Umsetzung an drei ausgewählten Stationen – analog und digital. Umgekehrt war unser Team auch in die Beratung der anderen Museen eingebunden.

Über unsere aktuelle Herausforderung „Wie setzen wir unsere Ideen technisch um, ohne die Inhalte zu vernachlässigen?“ wurde dann auch intensiv gesprochen, diskutiert und beraten. Mancher bereits überworfene Aspekt wurde wieder hervorgekramt, wir bekamen aus der Community ganz neue Impulse, Vorschläge, Erfahrungen bis hin zu konkreten Lösungsvorschlägen mitgeteilt. Diese zu sortieren und mit technischer Beratung einhergehend umzusetzen ist nun der nächste Schritt, um noch diese Jahr mit ersten Prototypen in die Testings mit ausgewählten Schulklassen zu gehen.

Flickr Album der MFG

25.10.22

Design Thinking und Sprints

Seit der Förderzusage haben wir bereits zahlreiche Prozesse durchlaufen – vom Ideenpitch zu Beginn und der Formulierung einer Herausforderung über Interviews mit Expert/-innen, Lehrkräften und Schüler/-innen sowie intensiven Austausch mit den weiteren Museen im Programm bis hin zu einem ersten Machbarkeitsworkshop und dem Erstellen von Timeline und Finanzierungsplan.

Allem voran stand das Verbessern der technischen Infrastruktur an den Arbeitsplätzen, um überhaupt mit allen erforderlichen Tools an den Online-Sitzungen teilnehmen und im regelmäßigen Austausch bleiben zu können. Dies hat uns nicht nur als Team und bei unseren täglichen Herausforderungen im Museum weitergebracht, sondern uns auch zu wichtigen Erkenntnissen hinsichtlich der Weiterentwicklung unseres Museumsangebots verholfen.

Wichtige Grundlagen sind nun schon gelegt, mit…

…zunächst – tatatataaa – unserer wohlformulierten Challenge: „Wie können wir den Museumsbesuch in den digitalen Raum erweitern, um Schulklassen mit aktivem, fächerübergreifendem Wissens- und Kompetenzerwerb zu begeistern?“,

…neuen Erkenntnissen darüber, was Lehrkräfte sich für ihre Schüler/-innen bei uns im Museum vorstellen können,

…dem Wissen darum, wo viele Schüler/-innen beim Ausstellungsrundgang desinteressiert vorbeigehen und wo fast alle hängen bleiben (hier gab es nicht wenige Überraschungen),

…einem großen Konvolut an Ideen für die digitale Vermittlung an Stationen in der Ausstellung und das Anknüpfen an die bestehenden Angebote, sowie…

…einer bereits mehrfach ergänzten – analogen – Idea-in-a-Nutshell (s. Bilder).

Wir sind gespannt auf das nun anstehende Zwischenstandstreffen, wo wir uns bei einem Status Quo-Bericht den Fragen von Jury, Expert/-innen und Kolleg/-innen der anderen Museen stellen und sicher auch wieder wichtige Anregungen bekommen. Anschließend folgt eine Testing-Phase, bei der unsere Ideen möglichst konkret auf den Prüfstand kommen.

13.10.22

Museen im Wandel lll … und das Dominikanermuseum ist mit dabei

Mit dem erfolgreichen Förderprogramm „Museen im Wandel“ unterstützt das Kunstministerium Baden-Württemberg nichtstaatliche Museen dabei, publikumsorientierte digitale Angebote zu entwickeln, umzusetzen und nachhaltig zu verankern. Das Dominikanermuseum wurde als eines von vier Museen ausgewählt und erhält eine Förderung für neue digitale Angebote.

Eine Jury hat insgesamt 24 Anträge bewertet und vier davon zur Förderung ausgewählt. Das Team der Städtischen Museen Rottweil bewarb sich mit einer Idee zur Vermittlung im Dominikanermuseum. „Neue Formate sollen die Museumspädagogik erweitern und wieder mehr Schulklassen ins Museum ziehen“, so Museumsleiterin Martina Meyr. In Zentrum steht dabei ein Ansatz zur interdisziplinäre Wissensvermittlung für Schüler*innen, um im Museum neben historischem oder kunsthistorischem Wissen auch weitere Kompetenzen zu erlernen. Das Angebot soll entwickelt werden, dass es auch für andere Zielgruppen wie beispielsweise Familien ausbaubar ist. Die Leitern der städtischen Museen freut sich neben dem Geldsegen auch über die Möglichkeit, mit dem gesamten Team der Museumsverwaltung an einem Projekt arbeite zu können. „Da wir in diesem Jahr keine größeren Ausstellungen machen können, sind wir alle begeistert, unsere Energie in die Coachings und in neue, digitale Optionen zu stecken“

Über das Impulsprogramm „Kultur trotz Corona“ stehen dafür rund 200.000 Euro zur Verfügung. „Der Zugang zu Kultur lässt sich durch den Einsatz digitaler Medien vielseitig erweitern und eröffnet somit viele neue Möglichkeiten der Teilhabe; Besucherinnen und Besucher können viel stärker einbezogen werden. Wir unterstützen Museen in ganz Baden-Württemberg deshalb dabei, sich weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen zu erreichen. Die teilnehmenden Museen entwickeln im Programm zielgerichtet digitale Angebote und generieren damit einen entscheidenden Mehrwert – für die Nutzerinnen und Nutzer wie auch für die Häuser“, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski am Mittwoch (23. März) in Stuttgart.

Mit der MFG Baden-Württemberg steht den Museen eine kompetente Partnerin zur Seite, um die Erfahrungen, die bei der Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen gemacht werden, auch in Zukunft in die Weiterentwicklung digitaler Strategien der Häuser zu integrieren. Vier Museen wurden für die aktuelle Förderrunde ausgewählt: das Archiv und Museum der Stadt Göppingen, das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, die Städtischen Museen Rottweil mit dem Dominikanermuseum und das Stadtmuseum Tübingen. Die Förderhöchstsumme für die Umsetzung der Projekte beträgt pro Haus maximal 40.000 Euro. Hinzu kommen insgesamt rund 45.000 Euro für die Durchführung des Coachingprogramms durch die MFG Baden-Württemberg aus dem Medienimpulsprogramm des Kunstministeriums. „Alle vier Museen wollen den digitalen Wandel aktiv gestalten und stehen mit Ideen in den Startlöchern, die auf Inklusion, Partizipation, Kooperation oder Vernetzung zielen. Wir unterstützen die Häuser, die entstehenden digitalen Angebote möglichst nutzer:innenorientiert auszurichten, und zugleich stärken wir sie in ihrer Digitalkompetenz“, so Beate Lex, Leiterin des Kompetenzfelds Digitale Kultur der MFG Baden-Württemberg.

15 Monate lang begleitet die MFG Baden-Württemberg die ausgewählten Museen mit individuell konzipierten Coachings, Workshops und Online-Seminaren. Fachbeiträge von Expertinnen und Experten sowie Vernetzungsmöglichkeiten runden das Programm ab. Der Programmauftakt ist für 11. April 2022 geplant. Im weiteren Verlauf ermöglichen öffentliche Veranstaltungen einem größeren Kreis an Museen den Zugang zu aktuellen Themen der Digitalen Kultur. Die Podcast-Reihe „Freie Wildbahn“ der MFG Baden-Württemberg gibt während der Projektlaufzeit Einblicke in die Erfahrungen der Häuser.

HIER geht es zur Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg

Pressemitteilung März 2022