aktuelle Ausstellungen

11. November 2023 – 18. Februar 2024

Otto Wolf – ein Rottweiler Original

Für Herbst 2023 steht erstmals ein neues Format auf dem Programm, das sich zwar inhaltlich am kunstraum orientiert, aber abseits des bisherigen Programms angesiedelt wird. Es handelt sich um die Ausstellung „Otto Wolf – ein Rottweiler Original“. Als Kooperationspartner konnten wir die Narrenzunft sowie die Narrhalla gewinnen. Otto Wolf hatte nicht nur einen großen Anteil an der Entwicklung der Narrhalla und der Neugründung der Narrenzunft, sondern ist auch ein gutes Beispiel für Scheitern und Erfolg. Ein Blick auf das beginnenden 20. Jahrhundert am Beispiel dieser herausragenden Persönlichkeit erscheint daher lohnenswert.

Otto Wolf wurde 1869 in Rottweil geboren. Er machte er eine Lehre als Polsterer und Tapezier, besuchte die Zeichenschule bei Oscar Hölder und absolvierte seinen Militärdienst.  Wie viele seiner Zeitgenossen suchte er sein Glück in Amerika, wohin er 1892 auswanderte. Zwei Jahre später kehrte er völlig mittel- und obdachlos nach Europa zurück und wanderte quer durch Deutschland bis in seine Heimat Rottweil. Anschließend arbeitete Wolf in Freiburg bis er 1896 das Geschäft seines Lehrmeister Pius Kempter übernahm. und im Jahr darauf  seine Frau Emilie heiratete.

Bekannt wurde er in der Stadt durch seine aktiven Bemühungen um die Rottweiler Fasnet und seine reichen Hinterlassenschaften in Form kleiner Bilder und Collagen. Etwa 190 Bilder und Gemälde entstammen seinen Händen. Wolf war ein Mann der ersten Jahre in der neu gegründeten Narrenzunft und lieferte für die Saalfasnet der Narrhalla sowohl zahlreiche Beiträge als auch Kulissen. Sein „Narrensprüngle“ aus kleinen Pappfiguren und Porträts seiner Zeitgenossen, das heute im Stadtmuseum zu sehen ist,  stellte er 1909 erstmals im Schaufenster seines Geschäftes in der Hochmaiengasse 24 aus. Auf die Fasnet 1911 rekonstruierte er die Ausschelleruniform seines Großvaters Ignaz Kammerer und schellte auf einem Esel reitend in der Stadt aus. Das melancholische Gedicht „Fasnachtstraum“ verfasste er zur ausgefallenen Kriegsfasnet 1915 und den Text des Narrenmarsches schrieb er 1919 für den Verein A.K. (Alte Kameraden). 1925 hielt er als Obernarr die Pauke bei der Narrhalla. Bei der erneuten Wiedergründung der Narrenzunft 1946 schlug er die zukünftigen Vorstands- und Ausschussmitglieder vor. Otto Karl Wolf starb 1951 unerwartet nach kurzer Krankheit im Alter von 82 Jahren und bis heute ist sein Name eng mit der Rottweiler Fasnet verknüpft.

Begleitprogramm

21. April 2024 – 08. September 2024

Im Fluss des Lebens. Rémy Trevisan zum Fünfundsechzigsten

Der Maler und Zeichner Rémy Trevisan, der seit 1987 in Schramberg ansässig ist, zählt in seiner südwestdeutschen Wahlheimat zu den namhaften Vertretern der bildenden Kunst. Seine markante Bildsprache, die Figuration und Abstraktion verbindet, entzieht sich der Einordnung in die aktuellen Strömungen der Gegenwartskunst.

In seinen Zeichnungen und Gemälden entwirft Rémy Trevisan in gestischer Linienführung gewebeartige Strukturen: vielschichtige Geflechte aus Formen und Farben, denen neuerdings figürliche Motive eingeschrieben sind. Mit seinen Bildfindungen antwortet er auf Grundfragen der menschlichen Existenz; im Kunstschaffen spiegelt sich für Rémy Trevisan der Kreislauf des Lebens.

Die Ausstellungsgemeinschaft „Kunst Raum Rottweil“ würdigt in Verbindung mit Podium Kunst Schramberg Rémy Trevisans künstlerisches Schaffen in einer Einzelausstellung zu dessen 65. Geburtstag. Zu sehen sind malerische und zeichnerische Spitzenwerke des Künstlers aus den vergangenen 35 Jahren.

Rémy Trevisan, Im Fluss des Lebens, 2005/06
Landkreis Rottweil
Foto: HP Kammerer, Rottweil

13. oktober 2024 – 09. März 2025

unverwüstlich. Reinhard Sigle zum 70. Geburtstag

Reinhard Sigles Skulpturen, Objekte und Installationen sind konzeptionell und inhaltlich stets am Zeitgeschehen orientiert. „Ich setze Zeichen aus Holz“, so der Künstler selbst zu seinen Arbeiten, die meist aus Rest- bzw. Abfallhölzern bestehen, die nach dem Sägen übrigbleiben. Anlass für das Zeichen-Setzen sind politische, gesellschaftliche oder auch ökologische Ereignisse wie der Golfkrieg, der sterbende Wald, der Klimanotstand oder auch die Warnung vor der rechten Gefahr. Stets sind die Werke auffallend farblich gefasst, so dass man ihnen nicht entfliehen kann.

Reinhard Sigle, „Einschläge/Auswüxe“, 2007
Foto: Christina Sigle